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Europe´s Independent Model News
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Wintermärchen zur Spielwarenmesse 2010 in Nürnberg
Eine Bestandsaufnahme mit Kommentar zur Lage der
Modellbahngrößen von Werner Killersreiter
Über zwei Jahre begleite ich nun als Herausgeber von www.SammlerVz.net
den Untergang einer ganzen Branche und sehe mich dabei Woche für
Woche, Monat für Monat neuen erschreckenden Meldungen von
Fachmedien oder Wirtschaftszeitungen gegenüber, die in einer mir
bis dato unbekannten Dimension „Fakten“ verbreiten, die nichts, aber
auch gar nichts mehr mit Realitäten oder Wahrheiten zu tun haben.
Dabei tun sich insbesondere die Manager der drei „großen“ Modellbahn-
Hersteller Märklin, Fleischmann und Roco hervor, die katastrophale
Ergebnisse in ihren Firmen als von ihnen erreichte Erfolge darstellen
oder darstellen wollen. Besonders schlimm dabei, dass die meisten
Fachmagazine diese Entwicklungen entweder totschweigen, wohl aus
Angst Inserenten zu verlieren oder wie willige Schafe übernehmen
und kommentarlos abdrucken. Sie selbst scheinen dabei zu übersehen,
dass es in kürze keine Unternehmen mehr geben wird, die bei ihnen
inserieren können oder wollen. Ja, das Wort „wollen“ scheint mir
überhaupt bei dieser Angelegenheit das letztlich ausschlaggebende zu
sein. Wollen Insolvenzverwalter Pluta von Märklin, Franz-Josef Haslberger
und Leopold Heher von Roco/Fleischmann oder vor allem allmächtige
Banker, wie Dr. Günter Reibersdorfer von der Raiffeisenbank Salzburg
überhaupt diese Firmen wirklich retten? Retten im eigentlichen Sinne,
was heißt eine Firma wieder rentabel zu machen und damit hunderte
oder tausende Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern, Qualität für den
Kunden zu produzieren und den Arbeitnehmern wieder Freude an
der Arbeit und Sicherheit für deren Familien zu bieten?
Ich sage Sie wollen es NICHT!
Um dies zu erklären müssen wir uns einmal 5-10 Jahre zurück besinnen
und uns die damalige Situation in der Modelleisenbahn-Industrie vor
Augen führen. Alle drei großen Hersteller lebten damals schon in einer
Welt, die es in realitas schon lange nicht mehr gab. Pomadig und selbst-
gefällig sonnte man sich Jahr für Jahr auf der Spielwarenmesse in
Nürnberg und erzählte dem willigen Volk die Geschichte von Tradition
und Marktführerschaft, von Qualität made in Germany oder Austria.
Wahrheit war aber schon damals, dass es diese Hersteller nicht mehr
schafften den unbedingt notwendigen Nachwuchs an dieses Hobby heran-
zuführen und vor allem auch längerfristig zu binden. Viele, viele andere
Beschäftigungsmöglichkeiten hatten dem Hobby Modellbahn bei den
vielen kleinen Jungs den Rang abgelaufen. Und da kamen die damalig
verantwortlichen auf die vermeintlich glorreiche Idee ihren Fokus auf
die erwachsenen, finanziell doch so potenten Sammler zu legen.
Und damit dies ohne großen Aufwand geschehen konnte, verdoppelte
man geradewegs den Verkaufspreis und verließ sich einfach in punkto
Qualität auf den „guten“ Namen. Wie aus der meilenweit vor den anderen
rangierenden Qualitäts-Marke Mercedes ein hart kämpfender
Mitbewerber der Marken BMW. Audi oder Toyota werden konnte ist
uns allen hinreichend bekannt. Es gibt aber einen gravierenden Unter-
schied: Mercedes hat schon vor 10 Jahren die Zeichen der Zeit erkannt
und ist immer noch erfolgreich und somit ein sehr guter Arbeitgeber, ganz
im Gegensatz zur Mikrowelt von Märklin, Roco und Fleischmann.
Aber nicht nur sie, auch Trabanten-Hersteller wie Kibri und Faller
lebten mindestens genauso somnambul in dieser fatalen Ignoranz einer
sich rasant ändernden Zeit.
Was dann kam, kam schnell, viel schneller als alle je geglaubt hatten.
Nun es wäre sowieso gekommen, aber eben nicht ganz so schnell.
Finanzinvestoren und nun auch als Unternehmer agierende Banker
wurden auf diese „Träumerwelt“ der Modellbahnen aufmerksam.
Für diese war es schwer geworden im „Big Business“ der Finanzwelt
noch geeignete Grossunternehmen auszumachen, die sich zu deren,
fast schon ins unermessliche, ausufernde Vorstellungen von Top-
Renditen entwickelten. So fand man neue, vermeintliche kleinere Opfer,
in der Welt der Bastler. Diese boten zwar keine Milliardenumsätze. aber
leichte Beute. Der Aufwand und das Risiko waren für diese
Investoren ziemlich gering, eher „peanuts“ aber schnelle Millionen
winkten und vor allem auch dann, und jetzt bitte genau aufpassen,
wenn diese Firmen NICHT florierten!
Eine Gesundung des Unternehmens nahm man gewissermaßen als
unvorhersehbaren zuätzlichen Bonus hin!
Wie das? Eigentlich ganz einfach (wie übrigens alle großen Geschäfts-
Ideen dieser Welt), man stieg günstig ein, denn die ursprünglichen
Eigentümer hatten über ihre Verhältnisse gelebt und agiert und waren
mehr als lau bei Kasse! Umgehend etablierte man verbündete
Berater mit exorbitanten Gehältern, liess sich die Rendite von diesen
Firmen gleich mal vorne weg auszahlen oder diese einfach bewusst
in die Insolvenz schlittern, um sie durch befreundete Masse-
bzw Insolvenzverwalter um ein Butterbrot wieder aufzukaufen.
Frei nach dem Motto: Die Schulden beseitigt die Insolvenz, die Entlassenen
der Staat und die fetten Werte gibt es anschließend für die Banker.
Auf diese Art und Weise hat eine österreichische Großbank wohl über
20 Millionen auf die Schnelle verdient.
Warum also mühsam 5 % Rendite durch das Produzieren von
Mini-Lokomotiven verdienen, wenn es doch durch eine paar gezielt
geführte Transaktionen innerhalb von Wochen möglich ist das zigfache
zu verdienen?
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Aber man beging eine Fehler…
Man hatte nicht berücksichtigt, dass diese „kleine“ Branche die
Emotionen der Menschen weckte und die Öffentlichkeit auf das
Drama um Märklin, Roco und Fleischmann aufmerksam
wurde. Sogar ein Horst Seehofer und der ehemalige Porsche-Chef.
Wiedeking seufzten betroffen im Angesicht der Misere Modellbahn.
Aber zumindest im Fall Roco/Fleischmann war die Raiffeisenbank
Salzburg schlau und wollte sich vorerst aus der Schusslinie bringen.
Ein anerkannt erfolgreicher, deutscher Unternehmer musste her,
am besten kein nordischer „Piefke“, sondern ein leicht kontrollier-
barer Baustoff-Multi aus dem benachbarten Bayern.
Die Roco und Fleischmann Gemeinde atmete auf! Endlich keine
vermeintliche Heuschrecke, wie im Falle Märklin, sondern ein
Unternehmer aus dem altbayrische Freising, der in der Traumwelt
des Roco- und Fleischmann Fans wohl schon als kleiner Bub vom
Papa eine dieser tollen Bahnen bekommen hatte und jetzt den
Modellbahn-Leuten endlich zeigen wollte, wo es lang geht. Weit gefehlt!
Dieser Baustoff-Gigant, namens Franz-Josef Haslberger , machte zwar
mehr als 500 Millionen Euro Umsatz (immerhin das 10 –fache von Roco
und Fleischmann zusammen) mit seinem Hasit-, Röfix- und Fixit Mörteln,
aber hing mit fast 300 Millionen Euro Schulden, vor allem am Tropf der
Salzburger Raiffeisen-Banker.
Der 55-jährige Haslberger einfach nur eine Marionette und Spielball
des Salzburger Banker Königs Dr. Günter Reibersdorfer...?
Nun zu Märklin, Teil 2 der traurigen Geschichte. Der Inbegriff der
Modellbahn. Eine heilige Kuh der Miniaturwelt. Heilig ist sie nicht
mehr und somit ereilt Sie das normale Schicksal von Kühen-
sie werden geschlachtet!
Insolvenz Märklin- der Hammer zur Spielwarenmesse 2009!
Ein kurzer Aufschrei und schon war er da der neue Messias!
Insolvenzverwalter Pluta! Und los ging es zur Freude der Märklin-Fans!
Alle Berater flogen umgehend in hohem Bogen raus. Toll! Pluta ein
bekennender Märklin-Sammler! Toll! Pluta will sich Zeit lassen,
die Firma laufe doch schon wieder passabel. Toll! Neues Märklin-
Wir-Gefühl durch Pluta! Toll, toll, toll!
Sinngemäßes Zitat Herr Pluta vor 12 Monaten:
Wir werden in Ruhe auswählen unter allen Bewerbern, die die Summe
von 100 Millionen Euro plus X aufbringen können und unter-
nehmerisches Geschick und Herzblut mitbringen! Toll der Mann!
Und heute?
Lieber Herr Pluta, nichts für ungut …auch Sie sind ein unverbesserlicher
Träumer, wenn auch zugegeben ein blendend bezahlter!
Nach wie vor kann kein ernst zu nehmender Käufer präsentiert
werden, wenn Sie auch jetzt nur mehr von ca. 60 Millionen
sprechen! Auch für diese Summe wird sich kein Käufer finden.
Warum auch? Ihre Forderungen sind vollkommen überzogen
und auf einen Käufer haben Sie nach dem Kauf sowieso nicht den
geringsten Einfluss ! So wird sich, wenn überhaupt wieder nur
ein so genannter Finanzinvestor finden, der wieder das schon oben
beschriebene Spiel betreiben wird.
Das kann Ihnen aber letztlich egal sein, denn Sie werden und das
haben Sie ja auch offen -ein bravo dafür- zugegeben, Sie werden mehrere
Millionen durch den Verkauf einstreichen!
Zum Thema Geld und Gehälter!
Liebe Leser, wie lange wollen es sich die Bediensteten deutscher oder
österreichischer Unternehmen noch gefallen lassen, dass sie
entweder nach 15 oder 20 Jahren rausgeworfen werden oder sie
der jeweilige Chef oder Topmanager von 2000 Euro auf 1600 Euro
runterstuft und gleichzeitig sich selbst Gehälter von 500 000 Euros
oder mehr genehmigt?
Mal zum Nachrechnen und Erden:
Ein Facharbeiter verdient vielleicht 1900.-Euro (wohlgemerkt
vielleicht!) Das sind 12,00 € brutto die Stunde. Ein branchenfremder
Berater kassierte in der Modell- Branche 250,00 Euro Stundenlohn.
Liebe Freunde, das ist das 22,5-fache und noch dazu zum Null-Risiko!
Dies ist nicht nur ungerecht sondern infam!
Der Stundenlohn eines Herr Pluta , wird sich wohl noch
deutlich darüber bewegen. Diese Summe kann einfach niemand
für ein mittelständisches Unternehmen wert sein!
Das System ist krank
Vor acht Wochen kam die Meldung ab 1.01.2010 werden nur mehr
130 Mitarbeiter bei Fleischmann in Mittelfranken tätig sein!
Applaus an Franz-Josef Haslberger und Leopold Heher!
In 22 Monaten seit Übernahme, die Mitarbeiterzahl von 348 auf 130 gesenkt!
63 % der Belegschaft rausgeworfen.. ein tolles Ergebnis?
Die Begründung: Der Umsatz sei 2009 um lediglich 9 % gesunken!
Hier werden Zahlen genannt betreffs des Umsatzes, die Ihnen nicht
mal mehr ein Schüler der 6.Klasse glaubt!
Leopold Heher`s Ziel ist offensichtlich die schrittweise Schließung
von Fleischmann. Und gleich anschließend geht es an die Welt von
Roco..
Warum hier ein Groß-Unternehmer wie Franz-Josef Haslberger, trotz
aller Zwänge und des Drucks der Banken nicht eingreift ist erschreckend,
galt doch sein Vater Josef Haslberger als vorbildlicher Unternehmer, der
sich um seine Mitarbeiter mit großem Respekt und mit großer Sorgfalt
gekümmert hatte. So ließ dieser viele Jahre seine Arbeiter in mehr als
kostengünstigen Wohnungen leben und beschäftigte diese oft 30 Jahre
und länger bis zu deren Rente. Ohne dessen Leistungen wäre das „Imperium“
Haslberger für seinen Sohn gar nicht möglich geworden.
Es wäre mehr als angemessen, würde sich ein Franz-Josef Haslberger
dieser Tugenden seines Vaters wieder erinnern wollen.
So und da wäre wir wieder bei unserem anfänglich so wichtigen Wort
„wollen“. Keiner der beteiligten Entscheidungsträger hatte offenbar je
ein Interesse an der nachhaltigen Lösung der Situation zum Wohle der
Firmen und ihrer Mitarbeiter.
Aber wie so oft, gibt es in jedem Teil der Welt und in jeder Zeit ein kleines
gallisches Dorf, das sich ja bekanntlich mit großem Erfolg einem System
und seiner Herrscher nicht beugt und sich auflehnt, wenn das Unrecht zu
groß wird. So haben sich der Freilassinger Unternehmer Peter Maegdefrau,
seines Zeichen Ex-Roco Eigentümer und der renommierte Rechtswissenschaftler
Prof. Ludewig dieser Tugenden von Asterix und Obelix erinnert und einen
langen Weg eingeschlagen, um sich vehement zu wehren und siehe da, beide
haben es nun auch geschafft ein erstes Zeichen zu setzen. An den drei Verhandlungstagen, in denen die Salzburger Staatsanwaltschaft versuchte Herrn Maegdefrau vorsätzliche Krida (Insolvenzverschleppung) mit Hilfe des Nebenklägers Raiffeisen Salzburg nachzuweisen, verzichtete die Vorsitzende Richterin auf die Einvernahme weiterer Zeugen, nachdem nach Vorlage eines Gutachten, das der früherer Roco-Betriebsrat schon vor Jahren in Auftrag gegeben hatte, wohl als erwiesen galt, dass die Vorwürfe gegen den Ex-Eigner Peter Maegdefrau haltlos seien.
Beim letzten und 4.Verhandlungstag am 23.Februar in Salzburg rechnen
die beobachtenden Experten mit einem Freispruch Maegdefraus.
Dieser Verhandlungsausgang, der dann auch wieder von Vertretern der
deutschen Botschaft und einer Reihe deutscher Medienvertreter live
verfolgt werden wird, ist somit ein Meilenstein für die Modellbahn, den er
wird der Auftakt der rechtlichen Abhandlung der 39-Millionen Schadenersatz-
Klage "Maegdefrau Peter gegen den Raiffeisenverband Salzburg" werden .
Mit Erfolg versprechenden Ziel: Maegdefrau will seine Firma zurück und/oder
39 Millionen Euro Schadenersatz!
In diesem Sinne, liebe Leser und Freunde der Modellbahn lassen Sie
Sich keine Märchen mehr zur Spielwarenmesse 2010 erzählen und konfrontieren
Sie als Konsument, Händler und Medienmann, die vermeintlich „Großen“, mit
ihrem Tun, um damit eben dem Treiben einiger weniger Einhalt zu gebieten und
ihr schönes Hobby wieder in positives Fahrwasser zu bringen.
Und denken Sie dabei immer an das kleine gallische Dorf…….!
siehe auch dazu:
"Professor" Heher von Fleischmann/Roco erfindet die Mathematik neu: